Rezension – „Heldenfabrik“ von Christian v. Ditfurth

heldenfabrik

Dies ist schon wieder ein Thriller nach meinem Geschmack. Der Krimi verfolgt die meiste Zeit 3 Stränge, die am Ende zusammen laufen und die Spannung bis zum Finale hoch halten. Klasse! Wenn ich etwas zu kritisieren hätte, dann den inflationären Umgang mit den Leichen, ein paar weniger hätten es auch getan. Nach dem ich vor kurzem den zweiten Teil „Zwei Sekunden“ gelesen hatte, habe ich mich schon auf diesen ersten Teil gefreut. Und bin nicht enttäuscht worden. Absolut lesenswert für jeden Krimifan.

Zum Inhalt:

Die Täter hinterlassen nichts außer Kugeln ihrer Maschinenpistolen in den Leichen ihrer Opfer. Und einem Gedicht von Rilke über den Tod. Nach dem Mordanschlag auf den Vorstand eines Berliner Chemiekonzerns zieht ein vegetarischer Killer eine Blutspur durch das Land. Hauptkommissar Eugen de Bodt steht vor einem unlösbaren Fall.

So scheint es jedenfalls, zumal ihm seine Vorgesetzten und geheimnisvolle Feinde von Anfang an Knüppel zwischen die Beine werfen. Verlassen kann er sich nur auf seine Mitarbeiter: Silvia Salinger, die ihn stärker Anzieht, als es seiner Ehe gut tut. Und Ali Yussuf, den blonden Türken, der unter der Zappelphilippkrankheit ADHS leidet.

Wer will verhindern, dass er die Mörder von acht Vorstandsmitgliedern eines Berliner Chemiekonzerns überführt? Warum mussten die Manager sterben? Und wer kam auf die wahnsinnige Idee, deren Leichen zusammengebunden auf der Spree schwimmen zu lassen?

Auszug:

Das Café Luftbrücke war auf Fünfzigerjahre getrimmt. Auf den Tischen standen Schirmlämpchen. Salinger und Yussuf bestellten Kaffee, de Bodt grünen Tee. „Zweiter Aufguss, sieben Minuten.“ Die Kellnerin schlug die Augen nach oben, dann trabte sie los. „Die erste Tasse für den Feind, die zweite Tasse für den Freund“, murmelte de Bodt ihr nach. „Welche Motive können wir mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen?“

„Eifersucht“, antwortete Salinger.

„Von wegen“, erwiderte Yussuf. „Manche Leute sind so eifersüchtig, dass sie alles und jeden umbringen würden.“ Gleichzeitig befummelte er sein Smartphone.

„In Anatolien vielleicht“, sagte Salinger.

„Kennen Sie Ockhams Rasiermesser*?“, fragte de Bodt.

„Das ist rassistisch.“ Yussuf hob den Zeigefinger. „Ich rasiere mich elektrisch“, patzte Yussuf.

Salinger nickte. „Kenn ich.“

„Du rasierst dich nass?“, fragte Yussuf.

Sie schwiegen eine Weile. Yussuf blätterte in der Akte mit den ersten Ergebnissen von KT und Rechtsmedizin. „Wir müssen sie alle fragen. Die Angehörigen. Die geheimen Freundinnen.“

„Ein Fass ohne Boden“, sagte Salinger.

„Wir finden vielleicht etwas Typisches. Pars pro toto“, sagte Bodt.

*Ockhams Rasiermesser:

Das nach Wilhelm von Ockham (1288–1347) benannte Prinzip findet seine Anwendung in der Wissenschaftstheorie und der wissenschaftlichen Methodik. Vereinfacht ausgedrückt besagt es:

  1. Von mehreren möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen.
  2. Eine Theorie ist einfach, wenn sie möglichst wenige Variablen und Hypothesen enthält und wenn diese in klaren logischen Beziehungen zueinander stehen, aus denen der zu erklärende Sachverhalt logisch folgt.

 Mit der ockhamschen Regel verbunden ist die Forderung, für jeden Untersuchungsgegenstand nur eine einzige hinreichende Erklärung anzuerkennen. Die metaphorische Bezeichnung als „Rasiermesser“ ergibt sich also daraus, dass die einfachste und zugleich passende Erklärung eines Phänomens alle anderen Erklärungen „abrasiert“. (Wikipedia)

Das Buch bekommt ihr unter anderem bei Amazon.de:

Ich kann das Buch auf jeden Fall jedem Krimifan empfehlen, und freue mich, dass ich dieses Buch rezensieren durfte:)

Liebe Grüße

Eurer Deva

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